Aufbegehren der Schatten

Der erste Morgenstern

Schritte auf dem Pfad der Magie

Ferum schaute sich gerade noch einmal den letzten Gesprächsbericht von Cayne an. Das war schon die dritte Fassung dieses Schriftstücks in den ersten beiden Fassungen hatten sich doch einige Rechtschreibfehler eingeschlichen.
Diese Fassung hatte seine neue Gehilfin Vanyra Chrysopra angefertigt.
Endlich hatte sich seine arbeit ausgezahlt und man hatte ihm eine eigene Gehilfin zugewiesen.
Er war zwar immer noch ein Schreiber 2ter Klasse der Grossen Bibliothek im Fachbereich: „Helden von Barsaive“ aber er hatte eine Gehilfin.
Wenn sich seine Karriere so weiter entwickelte würde er bestimmt in einigen Monaten Schreiber 1ster Klasse.
Und irgendwann würde man ihm bestimmt die gesamte Abteilung unterstellen damit würde dann auch sein Bild in der Halle der Bibliothekare hängen. Sein Antlitz würde dann zusammen mit all den anderen großen Scholaren auf die Lehrlinge schauen, wenn sie das alterwürdige Handwerk des Scholaren beigebracht bekämen.
Seine Tagträume über den vielleicht kommenden Ruhm wurden jäh gestört als die Tür seines Büros plötzlich aufgerissen wurde und ein riesiger gehörnter Schatten in der Tür erscheint.
Gerade als er erkennen konnte das es sich nur um einen halbwegs gepflegten Troll handelte quetschte sich zwischen den Beinen des Gehörnten, die zierliche Gestalt von Vanyra in den Raum um sich mit ausgebreiteten Armen vor den Troll zu positionieren.
Diese Pose wirkte doch etwas lächerlich weil sie dem Troll noch nicht mal bis zum Bauchnabel ging.

„ Also wirklich ohne Termin dürfen sie hier nicht rein. Gehen sie wieder. Holen sie sich an der Rezeption im Erdgeschoss Eingangsbereich einen Termin und kommen sie dann zu ihrem Termin wieder. Bitte verlassen sie sofort den Raum und stören Herrn Narrengold nicht bei seinen wichtigen Tätigkeiten.“

Naja wichtige Tätigkeiten wohl eher bei meinen Zukunftsträumen aber bin eh schon aus der Stimmung, dachte Ferum. Aber Vanyra ist so diensteifrig eine richtige Bibliothekarin und auch recht s……

Aber bevor Ferum wieder in neue Träume abtauchen konnte, die sich diesmal um die Vorzüge von Zwerginnen und persönlichen Gehilfinnen drehen würden, antwortete der Troll auf einmal:
„ Nun hör mir mal zu kleine Dame ich bin vom Versandservice Türenbrecher. Wir werben damit dass uns noch nicht mal geschlossene Kaertore aufhalten können. Also geh mir aus dem Weg damit ich mein Paket übergeben kann. Ich werde jetzt nicht extra zurück latschen und in zig Tagen wieder kommen.“

„Pakete können sie in der Poststelle abgeben. Also verlassen sie bitte wirklich das Büro von Herrn Narrengold.“
„ Das mit der Poststelle weiß ich aber in meinen Auftrag steht persönliche Übergabe an Ferum Narrengold. Hey sie da hinterm Tisch, sie sind doch dieser Narrengold oder? “ mit diesen Worten wendete sich der Troll auf einmal Ferum zu.

„Ähja ich bin Ferum Narrengold Zweiter Schreiber der Grossen und altehrwürdigen Bibliothek Fachbereich Helden von Barsaive. Wer hat ihnen den das Paket und den Lieferauftrag gegeben?“ Ja so hörte sich ein wahrer Schreiber der Bibliothek an. Naja bis auf das ähja dachte Ferum bei sich als er dem Troll antwortete.

„Ein einfaches Ja hätte auch gereicht. Der Auftrag wurde von Cayne aus Eido gegeben.“

„Was??? Sie haben einen Paket von Cayne für mich. Natürlich nehme ich es an. Moment was macht das?“
„Die Rechnung wurde schon beglichen. Bitte unterschreiben sie hier das sie das Paket erhalten haben. Solangsam möchte ich weiter und ich glaube die kleine Zwergin macht bald Unsinn.“
Im Hintergrund konnte man Vanyra hören, die sich während des kurzen Gespächs aus dem Zimmer gestohlen hatte und lauthals nach den Wächtern der Bibliothek rief.

Als der Troll aus dem Büro verschwunden war und sich der Tumult im Gang auch weiter entfernte, irgendwie wollten die Wachen dem Troll nicht glauben dass er friedlich gehen wollte, öffnete Ferum das Paket.
In diesem befand sich zusammen mit einem Brief, ein bronzener Ohrring, ein blauer und ein grüner Kristall.

Der Brief:

Werter Schreiber Narrengold,

ich musste leider für ein paar Tage Throal verlassen um Hinweisen nachzugehen deswegen lasse ich dir dieses Paket zukommen. Es befinden sich in dem Päckchen zwei Sprachkristalle zusammen mit dem auf sie abgestimmten Ohrring. Halte einfach einen der Kristalle in der Hand während du den Ohrring trägst und du wirst ihre gespeicherten Erzählungen vernehmen. Der Blaue Kristall wird dir von Ereignissen nach unserem Sieg und unserem Zusammentreffen mit Alexander berichten. Der Grüne Kristall von dem was danach passierte.

Mögen die Passionen über dich und die Grosse Bibliothek wachen.

Cayne aus Eidos

Ferum`s Neugier wurde sofort geweckt und so probierte er sofort den Ohrring zusammen mit dem blauen Kristall aus. Er hatte noch nie Sprachkristalle verwendet. Er hatte sie schon mehrmals in Märkteburg gesehen und wusste das sie bei Magiern sehr beliebt waren.
Die Bibliothek besaß auch eine kleine Anzahl.
Er merkte sofort das er mit dem anderen Ohr immer noch seine Umgebung war nehmen konnte. Diese Teile waren wirklich eine praktische Form der Magie.

Die Geschichte des Blauen Kristalls :

Als wir damals aus der Mine wieder ans Tageslicht kamen erwartete uns nicht nur das satte Grün des Servosdschungels sondern ein Lied. Ein Lied über uns gesungen von einer Stimme die einen an eine durchzechte Nacht, gute Gespräche und das Aufstiegsritual eines Troubadours erinnerte.
Ein Lied in dem Festus unser Dämonenjäger als ein Klotz der nichts taugt betitelt wird. Ein Lied vorgetragen von Alexander.
Die Freude darüber den Barden wieder zu sehen starb sehr schnell als auf einmal eine große Anzahl von Soldaten die Lichtung betrat.
Dann hörten wir auch noch ein merkwürdiges Geräusch und das Licht der Sonne wurde von etwas sehr Grossen von der Lichtung vertrieben. Wir schauten nach oben und erblickten den riesigen einschüchternen steinernen Rumpf eines theranischen Luftschiffes. In großen silbernen Lettern war auf theranisch der Name des Schiffes an der Seite angebracht worden. Es handelte sich um die „Morgenstern“.
Ein wahrlich großartiger Anblick dieses Schiff. Es war das erste Mal das ich eine Kila gesehen hatte. Wirklich ein wunderbarer und beeindruckender Anblick wie mit Hilfe der Magie die Naturgesetze so verbogen werden können.
Alleine mit elementarer Luft kann man so ein Konstrukt nicht erschaffen.

Leider wurde ich aus meinen Überlegungen und Analysen gerissen, Alexander sprach wieder zu uns. Er wollte einen Gegenstand haben, welcher sich in unseren Besitz befand zur damaligen Zeit. Um genau zu sein wollte er die Schlüsselscheibe haben die ich an mich genommen hatte.
Akbar forderte mich sehr eindringlich auf der Aufforderung von Alexander nach zukommen. Immer mehr Soldaten kamen auf die Lichtung, anscheinend hatte Alexander seine Leute in der ganzen Umgebung ausschwärmen lassen um sicher zugehen uns zu erwischen.
Als dann auch noch aus einem der Lagergebäude die Zwerge und unsere Karawanenarbeiter getrieben wurden, beugte ich mich widerstrebend dem Druck.
Verdammte Theraner.
Wieso nur Akbar so schnell der Aufforderung nachgeben wollte verstehe ich bis heute nicht.
Er sprach von Piratenehre und anerkennen einer ausweglosen Situation, verdammt es waren aber Theraner.

Die Theraner machten sich sofort zum Abflug bereit, als Alexander die Scheibe in seinen Händen hielt.
Seine letzten Worte an uns waren das wir uns keine Gedanken machen sollten schließlich hätten wir in dieser Situation niemals eine Chance gegen ihn und seine Männer gehabt.
Aber wollte er uns nicht komplett für unsere Mühen im Regen oder Dschungel stehen lassen.

Mit diesen Worten warf er eine merkwürdige grüne Kugel auf die Karawanenteilnehmer. Als die Kugel den Boden berührte feuerte die Morgenstern einen kleinen flammenden Strahl auf den aus der zerbrochenen Kugel austretenden Nebel ab.
Das nächste was ich wahrnahm war ein Schlag als ob ein Brithan mich erwischt hätte.
Wir wurden durch eine gewaltige Explosion von den Beinen gerissen und durchs Lager geschleudert.
Als sich der Staub wieder legte sahen wir das gesamte Ausmaß der Vernichtung. Die Lagerhalle mit den Namensgebern und Tieren war komplett vernichtet und die anderen Gebäude waren auch alle kurz davor zusammen zu brechen.
Am Horizont konnten wir noch die Morgenstern erkennen wie sie Kurs auf Nebelhain nahm.

Keiner unserer Kameraden hatte den Angriff der Theraner überlebt. Wir konnten nur einige wenige Leichenteile überhaupt finden.
Außerhalb der Lichtung stand aber noch ein beladener und heiler Lastkarren.
Unsere Sachen und der unedlere Teil Erzes aus der Mine waren auf den Wagen geladen worden. Ausserdem konnte ich einen Brief von Alexander an mich zusammen mit einem Kästchen finden.
In dem Kästchen befanden sich drei dieser grünlichen Kugeln.
Der Brief selber war nicht voll von Schmähungen oder so was sondern er war wirklich freundlich gehalten. In ihm stand außer einigen Erzählungen, einer Erläuterung über den richtigen Umgang mit diesen Kugel auch etwas sehr interessantes bei Alexander handelte es sich nicht um einen einfachen Adepten sondern um einen Herzog
Er ist der 2te Herzog von Livar und Barsaive gehört angeblich mit zu seinem Herrschaftsgebiet.

Leider hatten die Soldaten das Lasttier vergessen so dass wir den Wagen selber ziehen mussten. Typisch Theraner. Irgendwie kamen mir wieder die Worte von Alexanders Lied in den Sinn als wir Festus überreden mussten den Karren zu ziehen.
Festus der Klotz der nichts taugt.
Naja zum Ziehen taugte er auf jedenfall, nur war er störrischer als ein Esel.
Esel lockt man ja mit einer Karotte zur Arbeit aber ihn mussten wir 30 Minuten lang überreden.
So machten wir uns auf den langen mühsamen Weg zurück nach Kyhla.
Ich glaube die ungewohnte Betätigung tat meinem Körper auch mal ganz gut, ich fühlte mich am Ende der Tage nicht nur komplett zerschunden sondern auch stärker.
Weil helfen beim Karren ziehen ist doch ein wenig anders als Monster und Banditen zubekämpfen oder alte Gemäuer zu erkunden.
Am zweiten Tag lockte Festus zwei Oger in unser Lager. Da wir mitten aus dem Schlaf gerissen wurden entwickelte sich doch ein recht schwieriger Kampf. Der damit endete das die Oger flohen und Festus bewusstlos im Lager rum lag.
Da wir nicht die geringste Möglichkeit hatten ihn zu bewegen versorgten wir seine Wunden und warteten dass er aufwachte.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das die relativ emotionslose Art von ihm ihn damals in Kämpfen doch einige Nachteile gab.
Im Kampf müssen Emotionen freigelegt werden ansonsten ist Thystonius auch nicht auf deiner Seite.
In Kyhla angekommen machten wir uns sofort auf dem Weg zu Eisengiesser um ihn das Erz zugeben, von unseren Begegnungen zu erzählen und die Belohnung zu kassieren.
Er war sehr erstaunt und auch zufrieden mit unserem Bericht.
So kam es das wir die nächsten Wochen in Kyhla wohnten um in unseren jeweiligen Disziplinen höhere Erkenntnisse zu erhalten.
Ich lernten einen Magier kennen der mir auf den nächsten Kreis meiner langen Reise durch die Mysterien der Magie behilflich sein wollte. Natürlich gegen entsprechendes Kleingeld.
So kam es das mein nächster Lehrer Tharian der Fluchbringer war.
Ein Mensch der schon etwas weiter auf dem Pfad als ich war. Bei Tharian handelte e sich um einen guten Lehrer, er ist wie ich ein Instinktmagier.
Dieser Umstand führte zu mehreren praktischen Übungen und guten Geschichten. Und nicht wie bei Geistmagiern zu brennenden Augen und Papierschnitten in den Fingern vom Umblättern unzähliger Foliantseiten.
Leider meinte auch er das ein gefährlicher Namenszusatz unbedingt nötig wäre um den Gegner schon im Vorfeld zu demoralisieren. Ich bezweifele diese Theorie sehr und finde so was eher störend auch sehr lächerlich wenn sich Anfänger Dämonenschlächter oder Blutsäufer nennen.
Während der Wochen unseres Aufenthalts machte ich mich daran mehr über die Robe und Stab zu erfahren, die wir aus dem Kaer retten konnten.
Der Stab war ein sehr schönes Stück Handwerkskunst. Das ich dir jetzt nicht alles über ihn verrate sei mir bitte vergeben weil ich ihn noch heute gerne nutze.
Die Robe gehörte einen Questor von Floranuus und verstärkte die Bindung zu der Passion.
Außerdem kam ich auf die mehr oder weniger schlaue Idee mir von Agbar und zwei Krieger Adepten die Magie des Nahkampfes zuzeigen und zu lehren. Den Abend verbrachte ich in einer Kneipe in netter Gesellschaft und mit mehren Hochgeistigen Getränken um die Schmerzen aus meinen Körper zu vertreiben und die Gedanken auf Rache.
Aber auch in diesen kurzen Lehrstunden bewahrheitete sich meine Theorie von den Emotionen im Kampf. Den gerade wo ich kurz davor war meine Zurückhaltung aufzugeben und im Zorn einige Mentale Dolche auf die drei Schwertschwinger zu werfen öffnete sich vor meinem geistigen Auge das bisher verschlossene Tor zu dieser Form der Magie.

An dieser Stelle machte der Kristall eine kurze Pause und Ferrum nahm kurzzeitig wahr wie Vanyra in das Büro eintrat um sich nach ihm zu erkundigen.

Weiter geht’s im nächsten Teil.

Comments

Mekkiah

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.